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Drogenhandel Afghanistan – Opium

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(Bild: Devanath / Pixabay)

Der Drogenhandel in Afghanistan. Ohne Zweifel lässt sich sagen, dass es ein wunderschönes Land voller Kultur und dazu passenden Sehenswürdigkeiten ist. Hinter den Kulissen sieht es dagegen düster aus. Neben der kulturellen Schönheit und der ausgiebigen Geschichte versteckt sich eine der größten Herausforderungen.

Fluch und Segen – der Opiumanbau

Der Drogenhandel in Afghanistan ist ein Fluch und ein Segen. Das vom Krieg zerrissene Land erlaubt durch fehlender Rechts- und Infrastruktur nur begrenztes Wachstum von legitimen und seriösen Firmen. Der Opiumanbau, auch Mohnsaft genannt, ist hierbei die einfachere und gleichzeitig sogar profitablere Alternative, da Afghanistan ohnehin bereits den größten (Schwarz-)Marktanteil an Opiaten, also beispielsweise rohes Opium, Morphium und Heroin, besitzt. Gerade im Süden besitzt der Taliban am meisten Kontrolle, denn der Drogenhandel macht einen großen Anteil ihres Einkommens aus. In Kombination mit der vergleichsweise schlechten Struktur zu dem nördlichen Gebieten ist dort der Anbau und die Produktion von Opium und Opiaten deshalb am konzentriertesten.

Für Afghanistan ist es schließlich ein signifikantes Einkommen. Es lässt sich sagen, dass Afghanistan durchschnittlich 90 Prozent des weltweiten Opiumangebots zur Verfügung stellt. Geschätzt gibt es 13-20 Millionen Opiatabhängige weltweit. Ein Großteil der Gewinne generiert sich im Ausland, jedoch besitzt Afghanistan selbst eine große Nachfrage nach dem Mohnsaft. 2014 erreichte die Anbaufläche über 220.000 Hektar, die Produktion von rekordbrechenden 9.000 Tonnen in 2017, trotz aktivem Abriss gegen die Abbauflächen, deckt somit die Nachfrage der Konsumenten mehr als ausreichend. Rund 15-20% des Bruttoinlandsprodukts erreicht somit illegaler Drogenhandel. Sehr viele Bürger verdanken dem illegalen Anbau von Opium, dass ihnen ein ausreichendes Einkommen zur Verfügung steht. Opium wird nämlich nicht nur angebaut, sondern muss auch transportiert und zu Opiaten weiterverarbeitet werden. Geschätzt sorgt es für circa 400.000 Arbeitsplätze im afghanischen Raum. Dies macht es zu einem sehr relevanten Bestandteil der afghanischen Wirtschaft.

Aber was spricht gegen den Opiumanbau?

Der Anbau und die Produktion bringen jedoch sehr viele Risiken mit sich. In gewissen Ländern ist nur eine geringe Dosis für pharmazeutische Zwecke geduldet, aber größtenteils, und da ist Afghanistan auch keine Ausnahme, sind Opiate stets illegal. Hohe Geld- und Gefängnisstrafen werden für den Handel und Konsum von Opiaten verhängt. Der einfache Besitz ist nicht ausgenommen.

Opium muss außerdem vor der Ernte mit der Zunge geschmeckt werden, um es auf seine Reife zu prüfen. Viele Farmer entwickeln aus diesem Grund bereits in einem jungen Alter eine Abhängigkeit zu der Droge, was im selben Moment schlussendlich auch die Nachfrage von Opium erhöht. In Anbetracht dessen, dass für sie keine anderen Alternativen in Aussicht stehen, zwingen sie sich hiermit aber diese Risiken einzugehen. Im Großen und Ganzen bringt der Opiumanbau also eine Vielzahl von Vorteilen für die Bürger, welche in dem „Drogensektor“ gezwungenermaßen leben. Es ist aber immer noch eine Droge, welche auf Langzeit tatsächlich fatale physische und psychologische Folgen auf den menschlichen Körper haben kann.

Was wird gegen den Drogenhandel in Afghanistan gemacht?

Um hier entgegenzuwirken, gibt es diverse politische Eingriffe, welche auch den wie bereits erwähnten Abriss der Anbauflächen beinhalten. Die größte bisherige Auswirkung hatte jedoch der Verbot des Anführers der Taliban, den offiziellen Herrschern Afghanistans im Jahre 2000. Die Produktion ist in diesem Jahr auf 200 Tonnen gesunken, welches im Vergleich zum Vorjahr ca. 1/20 darstellt. 2001 hat die USA, mit dem Ziel die Taliban zu stürzen, eine Offensive gestartet. Die afghanische Wirtschaft ist gestürzt und viele Einwohner waren dazu gezwungen, den Opiumanbau fortzuführen oder zu beginnen. Bislang ist die gesamte Opiumproduktion rasant gestiegen und nimmt derzeitig auch kein Ende.

Die einzigen wirklich effektiven Eingriffe kamen durch unvorteilhafte natürliche Bedingungen wie Wetter oder Parasiten. Nennenswert ist das Jahr 2015. Dort gab es einen Fall von Pflanzenkrankheit, welches auf eine Form von Pilzbildung deutet. Ein großer Teil der Pflanzen war hiermit unbrauchbar, dies hat den Ertrag dieses Jahres zum Vorjahr halbiert.

Die USA stellt täglich 1,5 Millionen US-Dollar für die Drogenbekämpfung in Afghanistan. Trotz dieser Förderung scheint die Prävention vom Drogenanbau nicht ausreichend zu sein, um effizient entgegenzuwirken oder ihn gar aufzuhalten. Dies wirft viele Fragen und Kritik auf. Der Opiumhandel wird angeblich inoffiziell toleriert. In Anbetracht dessen, dass es einen solch anormal hohen Anteil des BIPs erzeugt, ist dies in wirtschaftlicher Hinsicht keineswegs anzufechten. Dies ist jedoch nicht bestätigt, also kann man nur sehr gewagt davon ausgehen. Wichtig ist jedenfalls zu sagen, dass keine signifikante Besserung bis dato zu verzeichnen ist.

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